Galerie Netzwerk 

neustrasse 10 trier

 

 

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anonymus identity

Vernissage

Donnerstag, den 18 April 2019

um 19,13

 

 

 

Anonymous Identity

PULP19 ist ein interdisziplinäres Künstlerkollektiv, das durch seine interkulturellen Verknüpfungen ein neues Verständnis für Kunst sucht. Wie der Name schon andeutet (en. PULP = Brei, Mark) besteht die Gruppe aus 15 Künstlern aus 10 verschiedenen Ländern, die zusammen ein neues Gesamtbild ergeben sollen; ein Sinnbild für den Rohstoff aus dem neue Ideen geschöpft werden. Im Jahr 2018 hat die Gruppe durch die gemeinsame Papierherstellung zusammengefunden, sie teilten ähnliche Ansichten. Geprägt durch verschiedene kulturelle Routinen wollen sie die etablierten Grenzen der eigenen Kreativität sprengen und daraus einen konstruktiv lebendigen Raum inszenieren. Handgeschöpftes, recyceltes, zweckentfremdetes Papier und einen teilweise dadaistischen Entstehungsprozess zeichnen Kunstwerke aus, die sich mit Identität in unserer globalisierten Gesellschaft auseinandersetzen. Vom Lernen traditioneller, japanischer Washi Techniken über experimentelle Modekonzepte bis hin zur Integration moderne Technologie, stellt die Papierherstellung Verbindungen zwischen Kunst und ursprünglichem Kontext her und bildet eine grenzüberschreitende Ausdrucksform.

 

 

 

 

18 April - 12 Mai 2019

Künstlergruppe PULP19

Anonymous Identity

Arbeiten mit Papier

 

Pulp 19 sind:

 

Inessa Babkovich, Weissrussland - Tobias Fink, Deutschland - Annina Baeger, Deutschland -

Jana Kaulmann, Luxemburg - Tom Klein, Deutschland - Nicolas Krewer, Deutschland -

Alexander Harry Morrison, Schottland - Jeongho Park, Süd-Korea - Marine Voelcker, Frankreich -

Sofia Akhmed, Ukraine - Nana Berishvili, Georgien - Katevan Tskhdadaze, Georgien -

Chenee Tabayoyong, Philippinen - Xiaoyin Wang, China

Photos: Michael Thielen

 

 

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Interna

Seit Mitte März verstärkt die Französin SARAH BELLI unser Team für 3 Monate als Praktikantin

 

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Galerie Netzwerk

Räume der Kunst, der Kommunikation und des gesellschaftspolitisch-kulturellen Austausches.

 

In der Trierer Innenstadt, mitten in der Fußgängerzone, können seit über einem Jahr Besucher wie Einheimische einen Ort entdecken, der sie mit auf Reisen nimmt. Die monatlich wechselnden Ausstellungen werden von sehr unterschiedlichen Künstlern, kreativen Menschen und ihren persönlichen Interaktionen getragen - solch eine Galerie zu führen ist eine Herzensangelegenheit.

 

Nicht der kommerzielle Aspekt ist die treibende Kraft, sondern der Wunsch seiner Stadt eine Adresse zu bieten, die überwiegend regionalen Künstlern die Möglichkeit gibt, ihre künstlerische Botschaft mitteilen zu können. Ein Austausch entsteht, um Menschen miteinander zu vernetzen und die Kunst zu fördern. Eine interessante Kunstausstellung ist immer Ansporn und Inspiration und dies soll weitergetragen werden ... wieder kann etwas Neues entstehen.

 

Kunst soll bewegen, zum Nachdenken anregen und Menschen zusammenbringen, daher ist der Wunsch, anspruchsvolle Werke zu zeigen, entsprechend groß. Die Künstler selbst sind in der Regel während der Ausstellungszeit anwesend und können direkt von ihren Arbeiten erzählen. Denn zeitgenössische Kunst ist nicht unbedingt einfach zu verstehen und es braucht Zeit und Interesse, sich damit auseinanderzusetzen. Diese Zeit kann man sich hier nehmen, auch weil viele zusätzliche Veranstaltungen diesen Austausch fördern. Ob Live-Musik, Lesung, Diskussionsrunde, Führung, Kurse, ... es passiert immer etwas in der Neustraße 10 - die Künstler werden ermutigt, sich etwas einfallen lassen, um den Kunstgedanken und ihre Werke bestmöglich zu vermitteln.

 

Natürlich soll auch die Sammelleidenschaft der Besucher geweckt werden, damit der Künstler eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit erlangen kann. Kein leichtes Unterfangen in heutigen Zeiten. „Kultur ist das Herz einer Gesellschaft“ - diese Botschaft sollte wieder stärker ins Bewusstsein rücken, auch deshalb möchte die Galerie Netzwerk für Trier ein offener Ort der kulturellen Begegnung sein, für jedermann. Das Programm der Galerie ist nicht auf Gefälligkeit ausgerichtet, sondern soll die ganze Bandbreite künstlerischen Schaffens reflektieren, die Kontroversen nicht ausschließen, politische und soziale Standpunkte aufgreifen und hinterfragen. Jedoch ist nicht die vordergründige Provokation des Publikums Programm, sondern es geht uns stets um die bewusste Erweiterung menschlicher Rezeption.

 

Wer neugierig ist und die geöffnete Eingangstür hinter sich gelassen hat, wird einen Gegenpol zur heutigen schnelllebigen Konsumgesellschaft entdecken - tatsächlich ist die Hemmschwelle für viele immer noch groß, eine Kunstgalerie zu betreten - umso überraschter und interessiert sind die Gäste anschließend. Hinter dem vorderen Galerieraum befinden sich noch zwei weitere Ausstellungsräume, die in einen reizvollen Stadtgarten münden, der zum Verweilen einlädt, zum gegenseitigen Kennenlernen und Diskutieren. „Großstadtflair“ und „Wohlfühloase“, die Besucher sind begeistert und versprechen wiederzukommen, auch um die Gespräche fortzuführen. Und dabei geht es nicht immer nur um die Ausstellungsstücke oder Kunst allgemein. Gesellschaftspolitik, Stadtentwicklung, Klimakrise, ... die Themen sind vielfältig - die Galerie Netzwerk tritt bewusst unabhängig, unangepasst und kontrovers auf.

 

Die Galerie selbst, in der Vielfalt ihrer Ausstellungsflächen, ist kein statisch festgezurrtes Gebilde, sondern entwickelt sich ständig weiter, es wird umgestaltet, der Garten und Gartenhaus können gleichfalls als Ausstellungsfläche einbezogen werden. Der Kooperation mit anderen ortsansässigen Galerien oder Vereinen stehen wir sehr positiv gegenüber; auch als Mitorganisator an anderen Orten könnte eine Beteiligung stattfinden.

 

Gerne zeigen wir in Zukunft auch Werke von gestandenen, älteren Künstlern, die auf ein bedeutendes Lebenswerk zurückblicken können. Aber andererseits ist es ein besonderes Anliegen der Galerie, jungen Menschen den Zugang zum Kunstmarkt zu erleichtern und so bemühen wir uns, aufstrebenden Talenten schon recht frühzeitig adäquate Ausstellungsmöglichkeiten anzubieten. So ist es auch Ziel, als kulturelles Aushängeschild einer Fachhochschule oder Universität aufzutreten, ohne auch hier unsere Unabhängigkeit und Identität zu verlieren.

 

Die Ausstellung „Anonymous Identity - Pulp 19“ ist Zeugnis davon, wie wir junge Menschen und Studenten erreichen: 12 junge Grafikkünstler, aus neun Nationen! zeigen eigenständige Installationen und wertvolle Papierarbeiten aus selbstgeschöpftem Papier mit ihrem Professor und Künstler Alexander Harry Morrison im Zeitraum vom 18.4. - 12.05.19.

 

Nach vielen Installationen, Fotografie-, Konzept- und Crossover-Künstlern kehren wir ab Mitte Mai wieder zu einer reinen Malereiausstellung zurück: Großformatige, wandfüllende, figurative Gemälde von hoher Intensität der Künstlerin Annamalt werden fünf Wochen lang präsentiert. Die Friedensaktivistin arbeitet an sozialkritischen Themen, wobei der Mensch im Mittelpunkt steht.

 

Um eine bessere permanente Belebung der Räume zu gewährleisten, ist inzwischen geplant, in der zweiten Jahreshälfte, im vorderen Bereich der Galerie zur Neustraße, ein Kulturcafé zu betreiben ... die Baugenehmigung läuft ... jetzt liegt es an der Stadt.

 

Kultur als Standortfaktor. Kultur wirkt förderlich für die gute Reputation, für Sympathie und Glaubwürdigkeit. „Im Gegensatz zur Wirtschaft ist die Kultur, eine Bereicherung für jedermann!“

 

 

 


Photo: Andreas Hamacher