Galerie NETZWERK

 

 

Kommende Ausstellungen

 

 

ANNAMALT

17.05 - 23.06.2019

 

 


Die Bilder


Mit Annamalt tritt nun eine Künstlerin auf, die aus unbekannten Gründen in Trier bisher nicht die Würdigung erfahren hat, die ihr zukommt.  Die größte Schau ihrer Leinwand-Bilder hatte im Jahr 2010 in Kyllburg stattgefunden. Im Kreuzgang der gotischen Stiftskirche hatte Annamalt 26 großformatige (ca. 2x3 m) Bilder und mehrere kleinere Formate gehängt.


Über tausend Besucher waren gezählt worden. Die lebhaften Kommentare und Auseinandersetzungen entzündeten sich – damals wie heute – an der Thematik der Werke und an den Texttafeln, auf denen Edward Naujok präzise Beschreibungen und Deutungen vorgenommen hatte.


Die Entstehungsdaten der Bilder reichten von 2003 bis 2009. Themen waren z.B. der Völkermord in Ruanda, die Unterdrückung der Palästinenser, die Kriege in Afghanistan und Irak, Präsident Bush, aber auch das deutsche „Fußballmärchen“ des Jahres 2006 und das Glück im Müllcontainer, in dem die Armen und Obdachlosen nach verwertbaren Essensresten wühlen.


Die Bildthemen von Annamalt hat Jacques Berndorf, der vor seiner Krimizeit selbst Kriegs- und Sozialreporter war, in seiner Einführungsrede meisterlich beschrieben: „Sie malt verstörende Bilder, sie malt Reportagen, sie malt Kriegsschauplätze, wobei dieser Krieg in unseren Hinterzimmern und Höfen spielt, aber durchaus auch im Irak oder Afghanistan...   Krieg ist Krieg, auch da, wo Kinder nichts zu essen haben, und erst recht dort, wo Frauen um ihre Söhne weinen...“ (Katalog „Grenzüberschreitung“, Kyllburg 2010)


Der Stil von Annamalts Bilder ist mit „expressionistisch“ nur unzureichend benannt. Sie malt nichtnur aus dem Bauch heraus  –

in dem angeblich die Wahrheit sitzt. Christian Jöricke beschreibt die Methode genauer:  „Die in aufwändiger Recherche gesammelten Informationen verdichtet sie mit den gewonnenen Erkenntnissen und fügt sie zu expressiv gemalten

Bildmontagen zusammen.“ (16 VOR 01/2015)


Es lohnt sich, länger vor den Bildern auszuhalten und die Bedeutung der vielen Details, die sie wie in einer Collage

zusammenbaut, herauszufinden. Es lohnt sich auch, den kompositorischen Methoden nachzuspüren, die das Bild zu einer vielfältigen Einheit zusammenfügen.


Die Ausstellung ANNAMALT in der Galerie Netzwerk


Beim Eintreten in die Galerie sieht sich der Besucher gleich einem programmatischen Bildnis der Malerin gegenüber. In wild aufgetragenen Farben schreitet sie als Kämpferin auf die Betrachter zu – der Blick mutig, optimistisch, eine Waffe in der Hand(halb Pinsel, halb Gewehr), aus deren Mündung Farbgeschosse sprühen.


Das Bild ist Programm und gleichzeitig die triumphale Rückkehr von Annamalt in ihre Malerei. Lange hatte sie sich mit dem Tod ihres Lebensgefährten und künstlerischen Partners Edward Naujok auseinandergesetzt, dem sie auch diese Ausstellung widmet.


Die Galerie Netzwerk stellt neben früheren, politischen Arbeiten aus dem Spannungsfeld „Krieg und Gesellschaft“ vorrangig neue, meist großformatige Bilder zu den Themen „Krankheit und Tod“ aus.  Der Blick in die eigene Befindlichkeit gab wohl auch den Anlass zum Blick in die eigene Kindheit.   Da gibt es liebevolle Erinnerungen aber auch traumatische Erlebnisse, die sie zu

Bildern verarbeitet.


Das schockierende Selbstbildnis als junges Mädchen mit den toten Augen und dem zugenähten Mund ist nicht als surrealistischer Effekt gemeint.   Es beschreibt, wie die Großmutter auf ihrem Schoß gestorben ist und niemand aus ihrer Umgebung jemals darüber gesprochen hat.   Das Bild ist sowohl von der Komposition als auch vom Umgang mit der Farbe her ganz anders als die vorherigen Gemälde.      Man darf gespannt sein, wie es mit Annamalts Malerei weitergeht.


Der dritte Raum der Galerie, der nach hinten zum Garten gelegen ist, wird als Atelier inszeniert. Staffeleien und eine Vielzahl von bemalten Leinwänden suggerieren den Arbeitsplatz der kreativen Künstlerin, wo die bereits fertigen Bilder gute Freunde sind, die ihr bei der Arbeit zuschauen.


Die Kunst von Annamalt wird in mehreren deutschen Städten und Europa gezeigt.. Vielen Trierern ist sie durch ihre aufwändige Gestaltung der  "Kunstbrücke Gartenfeld; 2017"  und ihrem Mitmach-Kunstprojekt  "Willkommen - Hand in Hand mit Europa";

in Erinnerung.   
Für ihr künstlerisches Schaffen erhält Annamalt gemeinsam mit Edward Naujok 2014 den rheinland-pfälzischen Friedenspreis.
Annamalt lebt und arbeitet im "Künstlerhaus Föhren"  - ein Lebensprojekt des Künstlerpaars  Annamalt/Edward Naujok. 

 


Fakten zur Ausstellung:
Ausstellungstitel: "ANNAMALT"
Künstler - Ort:  Annamalt - Föhren/Trier


Ausstellungsdauer: 17.05.-23.06.2019
Ausstellungsort: Galerie Netzwerk, Neustraße 10, 54290 Trier
www.facebook.com/galerienetzwerk/
Vernissage: 17.05.2019, 19 Uhr
Einführung: Helmut Schwickerath (Kurator, Künstler, Kunsterzieher,Journalist)
Öffnungszeiten:  Di,Mi,Do 14-19 Uhr  /  Fr 11-21 Uhr  /  Sa 11-19 Uhr / Sonn- und Feiertage 11-16
Uhr
Special Event mit Steff Becker & Angela Simons (Cello-Gitarre-Gesang) :  24.05.2019, 19 Uhr,
Finissage: 23.06.2019, 16 Uhr
Kontakt: Annamalt, Mobil (+49) 176 43667392, mail@annamalt.de
Homepage: www.annamalt.net , www.galerie-netzwerk.de

 

 

17 Mai - 23 Juni 2019

 

Annamalt

die Ausstellung

 

 

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Herbst 2019

 

18 - 19 Oktober          Klaus Maßem

 

 

Stefan Seffrin

David Schmitz